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Aus mehreren iranischen Gefängnissen werden eine dramatische Verschlechterung der hygienischen Bedingungen, eine unzureichende medizinische Versorgung und das Fehlen grundlegender Lebensbedingungen gemeldet. Gesundheit und Leben zahlreicher Gefangener sind dadurch ernsthaft gefährdet.

Evin-Gefängnis

Im Evin-Gefängnis soll sich in mehreren Bereichen der Abteilung 7 eine Viruserkrankung ausgebreitet haben. Zahlreiche Gefangene leiden Berichten zufolge unter starken Halsschmerzen, Erschöpfung und erheblicher körperlicher Schwäche. Überbelegung, geschlossene Räume und fehlende Hygienemaßnahmen begünstigen eine schnelle Ausbreitung. Trotz extremer Hitze werde die Bereitstellung von Kühlgeräten verhindert.

Zentralgefängnis Karaj

Auch aus der Abteilung 2 des Zentralgefängnisses Karaj werden alarmierende Zustände gemeldet. Dort sollen zwischen 300 und 400 Gefangene, überwiegend Festgenommene der Proteste vom Januar 2026, unter äußerst beengten und unhygienischen Bedingungen festgehalten werden. In Räumen mit neun Schlafplätzen müssten teilweise bis zu 30 Menschen unterkommen, sodass viele auf dem Boden schlafen. Hunderte Gefangene dürften die Duschen lediglich zwei Stunden pro Woche benutzen.

Gefängnisse Malayer und Gonbad-e Kavus

Im Gefängnis von Malayer sind Berichten zufolge zahlreiche Gefangene an einer Erkrankung mit COVID-ähnlichen Symptomen erkrankt. Trotz der seit mehreren Tagen andauernden Krankheitswelle und der Verschlechterung des Zustands einzelner Betroffener fehle es an ärztlicher Behandlung und Medikamenten. Mangelhafte Ernährung und massive Überbelegung verschärfen die gesundheitliche Krise zusätzlich.

Im Gefängnis von Gonbad-e Kavus soll Abwasser in den allgemeinen Gefängnistrakt eingedrungen sein und die Wohnbereiche verunreinigt haben. Den Berichten zufolge haben die Verantwortlichen bislang keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz der Gefangenen ergriffen.

Protest gegen drohende Hinrichtung in Khorramabad

Am 20. August 2026 versammelten sich Angehörige und Unterstützer des 25-jährigen Gefangenen Mohammadreza Rezaei vor dem Zentralgefängnis von Khorramabad und dem Justizgebäude der Provinz Lorestan. Rezaei war am Vortag offenbar ohne vorherige öffentliche Bekanntgabe in Einzelhaft verlegt worden – ein Schritt, der häufig unmittelbar vor der Vollstreckung eines Todesurteils erfolgt.

Die Protestierenden forderten die Aussetzung der Hinrichtung und warnten davor, dass die Todesstrafe zur Einschüchterung der Gesellschaft und zur Unterdrückung junger Menschen eingesetzt werde.

Junge Stimmen für Freiheit e. V. fordert die iranischen Behörden auf, allen Gefangenen unverzüglich Zugang zu medizinischer Versorgung, ausreichender Ernährung, sauberem Wasser, angemessenen sanitären Einrichtungen und menschenwürdigen Unterbringungsbedingungen zu gewähren. Zugleich muss die drohende Hinrichtung von Mohammadreza Rezaei sofort gestoppt werden.

Die bewusste Verweigerung notwendiger medizinischer Versorgung und unmenschliche Haftbedingungen können eine Form grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung darstellen. Internationale Menschenrechtsorganisationen und zuständige UN-Stellen müssen die Situation der Gefangenen aufmerksam verfolgen und auf unabhängigen Untersuchungen bestehen.

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