Die unabhängige internationale UN-Untersuchungsmission zum Iran hat dem Menschenrechtsrat am 21. September 2026 ihren aktuellen Bericht vorgestellt. Darin dokumentiert sie eine massive Eskalation staatlicher Gewalt nach den landesweiten Protesten, die Ende Dezember 2025 begonnen hatten.
Die Untersuchung stützt sich unter anderem auf Gespräche mit 73 Zeuginnen und Zeugen, Satellitenbilder, Foto- und Videomaterial sowie Informationen von Fachleuten. Nach Angaben der iranischen Regierung wurden 3.038 Menschen getötet. Die Mission geht jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher sein könnte. Berichten zufolge wurden mindestens 221 Kinder getötet.
Die UN-Mission dokumentiert den Einsatz tödlicher Gewalt gegen Demonstrierende und unbeteiligte Personen, Massenverhaftungen, Folter, erzwungene Geständnisse und die Verweigerung anwaltlicher Unterstützung. Viele dieser Taten erfüllen nach Einschätzung der Mission die Merkmale von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Besonders alarmierend ist die zunehmende Anwendung der Todesstrafe: Zwischen März und dem 31. August 2026 wurden nach Angaben der Mission mindestens 29 Männer im Zusammenhang mit den Protesten hingerichtet – fünf von ihnen öffentlich. Mehr als 70 weitere Menschen, darunter mindestens fünf Frauen und drei Jungen, sind unmittelbar von Todesurteilen oder Hinrichtungen bedroht.
Der Bericht befasst sich außerdem mit Angriffen auf zivile Einrichtungen während der militärischen Auseinandersetzungen. Die Mission sieht begründeten Anlass zu der Annahme, dass zwei US-Luftangriffe auf eine Grundschule und ein Sportzentrum Kriegsverbrechen darstellen könnten.
Die UN-Untersuchungsmission fordert die iranischen Behörden auf, alle Hinrichtungen unverzüglich zu stoppen, willkürlich Inhaftierte freizulassen und unabhängige Untersuchungen zu ermöglichen.
Junge Stimmen für Freiheit e. V. unterstützt diese Forderungen. Verantwortliche für Tötungen, Folter und unfaire Todesurteile müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Opfer und ihre Familien haben ein Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Schutz.


